Leitungsortung

Eine lagegenaue Dokumentation des Versorgungsnetzes ist zwingende Voraussetzung für einen effizienten, dem Stand der Technik entsprechende Betrieb eines Wasserversorgungsnetzes. Wenn exakte Pläne und bestehende Dokumentationen fehlen hilft die Leitungsortung weiter. Es können sowohl metallische als auch nichtmetallische Leitungen geortet werden.

Ortung metallischer Leitungen und Kabel

Die Leitungsortung mittels Sende-Empfangs-Methode ist ein preisgünstiges Verfahren und quasi der Standard der Leitungsortung. Es können damit allerdings nur metallische Leitungen geortet werden.

An einer geeigneten Stelle wird ein Sender an die Leitung angeschlossen, der einen Strom induziert. Abseits der zu ortenden Leitung wird ein Erdungsspieß gesetzt. Entlang der Leitung bildet sich ein Magnetfeld aus, dessen Ausprägung mit einem Empfänger an der Erdoberfläche gemessen werden kann.

Stromführende Kabel können auch direkt geortet werden.

Der geortete Leitungsverlauf wird für die anschließende Vermessung in Lage und Tiefe vermarkt.

Molch-Einschwemm-Verfahren

Das Molch-Einschwemm-Verfahren dient zur Ortung von nichtmetallischen Leitung wie PE, PVC oder AZ.

Leitungen aus solchen Materialien lassen sich mit herkömmlichen elektromagnetischen Ortungsverfahren nicht orten.

Beim Molch-Einschwemm-Verfahren wird über eine Anbohrschelle oder einen anderen Zugang (Flansch, Entlüftungsventil, Bypass und ähnliches), unter Druck, ein Zugmolch in die Leitung eingebracht.

Durch die Fließbewegung des Wassers öffnet er sich wie ein Fallschirm und zieht durch eine druckfeste Schleuse ein Ortungskabel in die Leitung ein.

Wenn die gewünschte Weite erreicht ist, wird durch einen Auslösemechanismus der Schirm umgestülpt.

Das Kabel und der Schirm werden nach der Ortung mühelos zurückgezogen. Er verschwindet wieder im Führungsschlauch und kann durch die Schleuse im normalen Betriebszustand unter Druck aus der Leitung entnommen werden.

Während der Ortung können Sedimente oder Inkrustationen abgelöst werden, daher kann es notwendig sein nach der Molchortung die Leitung entsprechend den Betriebsvorschriften zu spülen.

Vorteile des Molch-Einschwemm-Verfahrens:

  • Einschwemmung im normalen Betriebszustand
  • Die Leitung muss nicht außer Betrieb genommen werden
  • Reichweiten bis 1500lfm erzielbar
  • Durch Umkehr der Strömungsrichtung nur ein Zugang / Anbohrung erforderlich
  • Leitungsdurchmesser DN80 – DN400
  • Exakte Lage- und Tiefenortung